Naja, in dem Fall Jungs kommt bald wieder und wenn es nach mir ginge, auf der Stelle und sofort. Gestern sind Rüdiger, Jörg und Berger zur letzten Etappe aufgebrochen.
Mittwoch ging es von Hamburg nach Paris und weiter nach Brest mit einem Leihwagen, wo die Sophia schon treu auf ihren Skipper wartet. Pünktlich zum Ablegen drehte der Wind, ja genau, auf SüdWest. Nach vier Wochen fast kontinuierlichen NordWind war wohl wieder SüdWest dran, nach wie vor ZielRichtung. Noch mal für alle NichtSegler, das ist grand merde, wie der Franzose sagen würde, hier oppen Dörben, große Scheiße. Erst mal haben die Drei einen Schlag gen Westen gemacht, unter Segeln wohl bemerkt. Nachts nahm der Wind so weit ab, dass der gute alte arabische Wind aus dem Kanister unterstützen mußte. Trotzdem machen die Herren kontinuierlich 5Knoten. Ja, ich weiß man könnte das auch laufen, aber wer will schon ein Boot hinterher ziehen. Heute morgen um 10Uhr waren es noch 260 Seemeilen bis La Coruna, das müßten jetzt nur noch 210 nautische Meilen sein.
Nun der Teil, der mich ein wenig, also wirklich nur ein wenig, wenn nicht sogar masslos grün werden läßt, und diesmal nicht wegen Seegang, schließlich sitze ich hoch und trocken auf Wunsch meines Mannes zu Hause. Nein, ich bin neidisch. Himmel, habe ich mich über die DelfinMama mit ihrem Jungen bei Cuxhaven gefreut, ausser mir vor Freude war ich und dann kommt mein Mann, der alte Angeber. Wäre ja eigentlich ein plumper Tümmler gewesen, mein stolzes Muttertier, aber die Herren werden permanent und ständig von ganzen DelfinSchulen begleitet, die in Sophias Bugwelle ihre Spielchen treiben.
Da kämpfe ich mich drei Wochen lang durch die Nordsee mit ihren ganzen Schikanen, werde samt Familie eines Landes verwiesen, sehe drei Delfine (ein Hauptgrund warum ich mitsegeln wollte) von weitem, bin mehr als einmal wirklich seekrank, ständig mieses Wetter, habe mich daran gewöhnt, wenn ich auf Toilette gehe, mich an der gegenüberliegenden Wand mit den Füßen abzustützen, damit ich nicht runterfalle um dann zu hören, das drei vier Stunden nach Ablegen von Brest Horden von Delfinen die Sophia begleiten. Mal jetzt ehrlich, das ist doch nicht gerecht. Wenn jetzt noch ein Wal dazu kommt, heule ich.
Nichts desto trotz hoffe ich, dass die Stimmung sensationell ist, Jörg schon Bootsbeine hat und das der Wind endlich auf irgendeine andere Richtung als SüdWest dreht und etwas auffrischt. Zu Hause ist die Stimmung gut, ausser das der Papa fehlt. Morgen heißt es dann auch für uns Koffer packen, weil am Sonntag werden wir dann über die Biscaya fliegen, geht etwas schneller allerdings auch deutlich langweiliger.
Super zur Sekunde, bekomme ich die Nachricht von einer Walsichtung, falsch 6 Wale. SCHWEINE. So, ich geh jetzt ins Bett und heule eine Runde und morgen gehe ich in den Zoo und guck mir Elefanten und Nashörner an, wer braucht schon Wale.
