Nicht erstaunlich das ausgerechnet ein Holländer dieses Lied sang. Es ist kalt, es ist nass und es ist grau. Nix sommerliches, geschweige denn ein laues Lüftchen, was nach unserem Genacker schreit. Keine zehn Pferde bringen mich heute aufs Meer. Der Mann für unseren Autopiloten klang alles andere als zuversichtlich: „Wenn Sie Ersatzteile brauchen, wird es locker drei Wochen dauern.“ Ja, nee, is klar Meister.
Was nun? Der Autopilot-Herr aus Brodersby hat per Fernwartung doch eine Lösung, ehrlich gesagt sogar zwei: den Druck der Anpressrollen erhöhen (na logisch, was denn sonst?) und es fährt ein Bus direkt vom Hafen bis nach Amsterdam. Hurra! Schnell noch geduscht und Wäsche gewaschen, dann geht es geschniegelt und gestriegelt nach Amsterdam. Dort angekommen machen wir, wie sollte es anders sein, eine Grachtenfahrt, bummeln etwas und gehen essen. Alles in allem ein angenehmer Tag, trotz Regen. Von uns aus kann es so weiter gehen. Zwar frischt der Wind grade gehörig auf, aber laut Vorhersage soll das Spektakel nur bis 5Uhr morgens gehen. Wie sang oben genannter Holländer schon: Lass Dick überraschen. Und mal ehrlich, wir haben schon fast alles abgehakt, was nicht hätte passieren sollen: Flaute, Sturm, tierische Gegenströmung, Wackelkontakt bei den Instrumenten, reichlich Seekrankheit, einen streikenden Autopiloten, vier Meter Wellen und permanent Wind von vorn. Ich find, wir haben segeln wie kurz hinter Borkum verdient: Genacker, Großsegel, 8Knoten über Grund, einfach herrlich. Die Hoffnung stirbt zu Letzt und in dem Sinne, berichte ich das nächste Mal von einer fabelhaften Nachtfahrt, in der die Kinder friedlich schlummerten, Rüdiger und ich uns abwechseln konnten, ich mein Hörbuch (Dan Brown, das verlorene Symbol) zu Ende hören konnte und wir ausgeruht in Dunkerque ankommen, um frisches Baguette, gesalzene Butter, selbstgemachte Marmelade und ein SchokoCroissant für Henri zu frühstücken.




























































